Die letzte und mit wunderschönste Etappe unserer Reise führte uns in die Karibik. Ein Ort, an dem der Urwald nahtlos in palmenübersäte, goldene und unter anderem auch vulkanschwarze Sandstrände übergeht. Hier ließen wir in einer wunderschönen, zweistöckigen Holz-Lodge (wieder einmal unglaublich günstig, da Nebensaison) einfach nur unsere Seele baumeln. Ein wenig abseits vom touristischen Puerto Viejo, in Punta Uva, brauchten wir nur gute 50 Meter von unserer Veranda zum nahezu privaten Strand. Abends konnten wir den Sonnenuntergang bei einem Straciatella-Eis, garniert mit dem Café-Rica-Likör genießen. Morgens wurden wir in der Morgendämmerung von weit entfernten Brüllaffen geweckt, eines Nachts von einem tropischen Gewittersturm die halbe Nacht auf den Beinen gehalten. Eine wunderschöne Erfahrung und für einen wirklich entspannten Abschluss der Reise die beste Wahl, die wir hätten treffen können.

Neben schillernd blauen und unzähligen Krabben, trafen wir auf mindestens genauso viele sogenannte Goldene Seidenspinnen. Diese sind nicht giftig und liefern außerdem extrem reißfeste Seide, die von einheimischen teilweise sogar zur Herstellung von Fischernetzen genutzt wird. Die Netze der Seidenspinnen können über 10 Meter groß werden, da sollte man bei seinen Spaziergängen zur Küste beim Punto Manzanillo aufpassen, dass man sein Gesicht nicht darin verfängt. Auf einer weiteren Dschungel-Wanderung im karibischen Nationalpark Cahuita kamen wir außerdem endlich nah genug an eine Gruppe Brüllaffen, um sie fotografisch festzuhalten. Selbst in der Mittagsruhe durchdrangen ihre unglaublich lauten Rufe das ein oder andere Mal die glühende Stille. Auch einem der typisch costa-ricanischen Ringelschwanz-Nasenbären liefen wir bei seinem Mittagsschmaus über den Weg – anschließend verfolgte er uns neugierig, ließ dann jedoch schnell wieder von uns ab.

Einen Tag vor unserem Abflug wollten wir unbedingt den über 3.400 Meter hohen Volcán Irazú befahren. Ein entspannter Tagesausflug, der selbst für jeden Wander- und Bewegungsmuffel wie geschaffen ist. Da ich an einem Montag flog, blieb uns natürlich wieder einmal nur ein Sonntag übrig, um die selbst bei den einheimischen Ticos beliebte Attraktion zu besuchen. Nach einer uns schier ewig vorkommenden Auffahrt und einem kurzen Stau vor der Anmeldung, stiegen wir endlich aus unserem Auto – und es war unglaublich kalt. Ich hatte völlig vergessen, wie groß der Temperatur-Unterschied auf über 3.400 Höhenmetern ist. Der wohl einzige Ort in Costa Rica, an dem die Temperatur auch gern mal auf 0° Celsius fallen kann. Der Krater des Vulkans führte nach seinem letzten Ausbruch im Jahre 1963 und seiner letzten Eruption im Jahr 1994 leider nur wenig Wasser – eigentlich ist dieser für seine himmelblaue Färbung bekannt.

Costa Rica ist eines der wunderschönsten, wenn nicht sogar das schönste Land, welches ich bisher in meinem ganzen Leben bereisen durfte. Unglaubliche Artenvielfalt, verschiedenste Klimazonen, riesige Nationalpark-Flächen und die wohl lebensfrohsten und herzlichsten Einwohner machen dieses Land zu einem der sehenswertesten und zu schätzenwissenden Länder der Erde. Man sollte allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass auch wenn Costa umzingelt von Ländern, wie Nicaragua, Panama, Kolumbien oder dergleichen liegt, es eines der am besten entwickelten, lateinamerikanischen Länder ist. Im direkten Vergleich gilt Costa Rica mit als sicherstes Reiseziel in Südamerika; Costa Rica und hat sich in den letzten Jahren stark den westlichen Standards angepasst. Dies hat unter anderem zur Folge, dass Costa Rica auch zu den teuersten Ländern Südamerikas gehört und vor allem tägliche Verpflegung ohne weiteres mit deutschen Preisen vergleichbar ist. Aus diesem Grund empfehle ich, sofern man sich auch etwas gönnen möchte, vorher eine gründliche Preiskalkulation durchzuführen. Alternativ bietet sich natürlich auch immer an, einen möglichst niedrigen Lebensstandard einzuhalten. Allerdings haben selbst uns diese 23 Tage nicht gereicht, um die Vielfalt Costa Ricas auch nur ansatzweise komplett zu entdecken. Ich werde definitiv wiederkehren, um dieses Stück Paradies und seine Bewohner noch besser kennenzulernen.