Als wir nach gerade einmal 3 Stunden wieder in Kanestraum aufwachten, fuhren wir nach einem Kaffee weiter in Richtung Trondheim. Die Gegend war eher landwirtschaftlich geprägt und wir kämpften uns durch große, goldene Getreidefelder und fuhren über sehr holprige Straßen bis wir schließlich in Trondheim ankamen. Dort putzten wir erstmal die Scheiben des Orion´s weil wir so viele Fliegen mitgenommen hatten, dass man fast nichts mehr durch die Scheiben sah.

Als wir die Stadtrundfahrt in Trondheim hinter uns hatten, ging es für uns in Richtung Lofoten, besser gesagt nach Bodø. Von dort fuhren die Fähren zu einer kleinen Stadt names Å, der wahrscheinlich coolste Name überhaupt. Als wir über die E6 in Richtung Bodø fuhren, veränderte sich die Landschaft wieder. Die Landwirtschaft nahm ab und die großen Fjorde kamen zurück. Eine wunderschöne Landschaft mit großen Bergen, reißenden Flüssen und schönen Tannenwäldern die, wenn man das Fenster öffnete, so gut rochen, dass uns sogar die Kälte egal war.

Es war schon mitten in der Nacht als wir in Bodø ankamen, allerdings waren wir schon so weit nördlich, dass es nicht mehr dunkel wurde, sondern nur noch ein bisschen dämmerte. Wir nahmen die Fähre um 3.45Uhr. Als wir nach den etwa 3 Stunden in Å anlegten, waren wir in einer anderen Welt! Jeder der die Lofoten kennt, weiß was ich meine. Allerdings liesen wir es an diesem Tag etwas ruhiger angehen, da wir am Tag zuvor ziemlich genau 1070 Kilometer gefahren waren. Wir wachten um 11 Uhr auf, kochten uns einen Kaffee, ich bearbeitete ein paar der Bilder und wir schauten auf die Karte welches unser nächstes Ziel war. Als wir ein paar Stunden später in Richtung Borg losfuhren, entdeckten wir in einer Broschüre, dass es dort ein Wikinger Museum geben soll. Für ein bisschen Kultur sollte in jedem Urlaub Zeit sein. Also fuhren wir zum "Lofotr" Wikinger Museum und schauten uns an wie die alten Wikinger damals gelebt und gebaut hatten. Ich kann dieses Museum jedem empfehlen, der in der Nähe ist!

In Gimsøya fanden wir einen wunderschönen Strand an dem wir dachten "Hier übernachten wir heute". Da in Norwegen das "Jedermannsrecht" existiert, darf man in der freien Natur zelten. Also blieben wir dort stehen. Abends gingen wir zum ersten Mal in Svolvoaer essen. Es gab ein großes Steak in Cognac Soße mit Salat und Kartoffeln in einer Rahmsoße. Nicht gerade recht norwegisch, aber ich hatte einfach mal wieder Lust auf ein Steak. Danach ging es zurück an den besagten Platz, wo wir vorhatten die Nacht zu verbringen. Wir redeten bis früh morgens über das Reisen und erzählten uns Geschichten, was wir schon alles erlebt hatten, bis wir dann doch noch einschliefen. Am nächsten Morgen standen wir um etwa 11 Uhr auf. An diesem Tag wollten wir uns zur Aufgabe setzen, bis zum Nordkap zu kommen. Ob wir es geschafft haben erfahrt Ihr im dritten und letzten Teil meiner Reise durch Skandinavien.