Als Ich von einem Trip nach Schottland zurückkam, ging ich abends noch zu ein paar Freunden, um darüber zu berichten. Als wir zusammen am Lagerfeuer saßen, kam die Idee auf, mit dem 41 Jahre alten Hanomag Orion 2 durch Skandinavien zu fahren. Am Anfang lachten wir noch alle darüber, aber als Uwe (der Vater eines Freundes) dann meinte, dass er es wirklich machen würde, waren wir recht schnell bei der Planung. Die Idee "Follow the Sun" war geboren.

Ich wollte sowieso meinen Job in diesem Zeitraum kündigen und mit dem Fahrrad um die Welt reisen, da passte eine solche Reise genau rein. Am nächsten morgen wachten wir ein bisschen verkatert auf und mir wurde klar, was für eine Chance ich da bekommen hatte. In dem Moment war auch der Fakt, dass ich kein Geld hatte, unwichtig. "Irgendwie wird das schon gehen", dachte ich mir. Nach etwas Planung ging es dann ca. 2 Monate später in Richtung Norden. Wir fuhren in der Nacht nach Hamburg, wo wir ein paar Freunde trafen. Am nächsten Tag, fuhren wir dann von Hamburg aus nach Hirtshals, Dänemark, von wo aus wir mit der Nachtfähre weiter nach Norwegen fuhren.

Als wir um Mitternacht in Kristiansund ankamen, entschieden wir, bis nach Voss zu fahren und dort erst mal zu schlafen. Eine ca. 6 Stunden Fahrt. Als wir Jan, einen Tramper, den wir in Dänemark zustiegen ließen, an einem geeigneten Platz rausgelassen hatten, fuhren wir weiter Richtung Norden. Trotz der Dunkelheit veränderte sich die Landschaft schnell. Durch Tunnel, entlang von riesigen Seen und Fjorden und durch die, noch schneebedeckten, Berge ging es nach Voss.

Als wir nach ein paar Stunden aufwachten, machten wir erstmal einen Kaffee und schauten dann auf die Karte, wo uns der Weg heute hinverschlägt. Kanestraum stande, auf dem Plan. ca. 600km sollten es heute sein (recht wenig wie ihr im zweiten Teil dann lesen könnt). Wir folgten einer atemberaubenden Fjordlandschaft, fuhren über wunderschöne Bergpässe bis wir schließlich in Stranda ankamen. Von dort nahmen wir die Fähre über den Storfjord. Uns überfiel ein Glücksgefühl als wir nach ein paar Stunden Fahrt am Trollstigen standen, ein Gebirgspass der es in sich hat. Wunderschöne Serpentinen brachten uns auf den höchsten Punkt. Eine Aussicht wie aus dem Bilderbuch! Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Kurven, Berge und Wasserfälle prägten den Weg. An einem Wasserfall haben wir schnell unseren Wassertank für Tee und Kaffee aufgefüllt, frischer geht es wahrscheinlich nicht.

Als wir in Molde ankamen, entschieden wir uns dazu die Atlantic Sea Road zu fahren. Wir schauten der Sonne dabei zu, wie sie um ca. 23.45 Uhr im Meer versank. Es war allerdings immer noch hell genug, um zu fahren. Wir fuhren ganz alleine auf der Straße über die Atlantic Sea Bridge, den 250m tiefen Tunnel und kamen schließlich müde und fast schon wieder beim Sonnenaufgang in Kanestraum an.