Hier geht's zu:
Teil 1
Teil 2

Nach Zeit in der Natur, braucht es auch immer wieder mal Zeit in der Stadt.
Zumindest hatten wir Lust darauf wieder etwas mehr Action zu erleben und die Nacht zum Tag zu machen. Medellín war genau der richtige Ort dafür.
Mit 2,5 Millionen Einwohnern ist Medellín die zweitgrößte Stadt in Kolumbien und auf jeden Fall einen Besuch wert!

Graffiti Friede

Die angenehm warmen Temperaturen über das ganze Jahr hinweg machen Medellín zur „Stadt des ewigen Frühlings“ und laden einen jeden ein, egal zur welcher Jahreszeit. Medellín ist aufregend, modern und mittlerweile ein Treffpunkt vieler verschiedener Kulturen - doch das war nicht immer so:

Noch vor 10 Jahren bekam man hier fast keinen Touristen zu Gesicht, viel zu unsicher war es hier, in der einst gefährlichsten Stadt weltweit.
Kein Wunder, so herrschte hier in den 80er und 90er Jahren ein brutaler Drogenkrieg.
Medellín war als die Drogenhochburg Kolumbiens bekannt – unter der Führung Pablo Escobars rutschte die Stadt in eine negative Spirale aus Drogen und Gewalt und die Kriminalitätsrate explodierte.

Medellin Zentrum

Seither hat sich aber vieles verändert und das Blatt hat sich gewendet.
Das einst so gewalttätige Medellín gilt heute als Vorzeigemodell und zeigt wie sich eine Stadt durch innovative und kreative Umsetzungen im öffentlichen Raum, positiv entwickeln kann.
Die Seilbahnen, die die außerhalb liegenden Armenviertel mit der Stadt verbinden und neue Arbeitswege schaffen oder das Schmücken öffentlicher Plätze mit Skulpturen und Statuen sind nur zwei Beispiele für die einzigartige Entwicklung dieser Stadt.

Medellin Statue

Medellín ist innovativ, kreativ und modern.
Eine unglaublich tragische Geschichte und die Aussicht auf eine spannende Zukunft machen diesen Ort zu einem richtigen Touristenmagneten und bieten Besuchern aus aller Welt einen unglaublichen Aufenthalt.

Medellin Stadt

Persönlich empfehlen kann ich euch eine oder sogar mehrere Free Walking Tours zu machen.
Eine der Touren führt durch das Zentrum der Stadt – unser Führer namens „Miro“ war unglaublich witzig und klug und spiegelte den Charme Medellín's gekonnt wider. Er erzählte uns viel über die brutale Vergangenheit und gleichzeitig schlenderten wir über heute atemberaubende Plätze, wo aber erst vor wenigen Jahren Menschen auf offener Straße ermordet wurden.

Er war stolz auf seine Stadt - das spürte man.
Und er freute sich über uns Touristen und die Tatsache, dass Medellín nicht mehr Angst macht, sondern Spaß macht.

TIPP: Ganz besonders war auch die Free Walking Tour durch Comuna 13, das einst gefährlichste Viertel der Stadt. Unzählige Graffitis schmücken die Wände und laden zum Staunen ein.

Graffiti Vogel
Medellin Comuna 13

Insgesamt habe ich auf meiner Reise kein einzig schlechtes Wort über Medellín gehört.
Wirklich jeder Reisende empfindet diese Stadt als aufregend und fühlt sich wohl, so haben viele ihren Aufenthalt um einige Tage (oder sogar Wochen) verlängert – also lieber ein paar Tage mehr einplanen, als zu wenig ;)

Wir fahren mit dem Bus.

Weiter geht es in die nächste Stadt – Santa Marta.
Nach einer aufregenden ersten Woche an der Pazifikküste wollten wir uns natürlich auch ein Bild von der Karibikküste machen.

Also auf geht’s: mit dem Nachtbus nach Santa Marta.
Busfahren in Kolumbien und generell in Südamerika ist super!
In jeder größeren Stadt gibt es einen unglaublich großen Busbahnhof, von wo aus man so gut wie überall hinkommt – zu einem unschlagbar günstigen Preis!

Der einzige Wahnsinn war die Klimaanlage, die man (wie soll es auch anders sein) wieder einmal unterschätzt hat. So kamen wir 17 Stunden später und halb erfroren in Santa Marta an.

Mit 450.000 Einwohner ist Santa Marta eine durchaus gut überschaubare Stadt und Dreh- und Angelpunkt für unzählige Ausflugsmöglichkeiten - die perfekte Stadt für einen Zwischenstopp sowie zum Planen weiterer Aktivitäten.
Santa Marta selbst ist meiner Meinung nach eine recht sympathische Stadt, in der man gerne bleibt. Zwar empfand ich sie als nicht so spannend, aber es war definitiv der perfekte Ausgangspunkt für diverse Tagesausflüge. Orte und Aktivitäten wie der „Playa Blanca“, der Tayrona National Park, der Taucherspot Taganga oder das kleine Bergdörfchen Minca bieten unzählige Möglichkeiten und es wird so schnell nicht langweilig.

Playa Blanca

Wir selbst hatten leider nicht mehr so viel Zeit, denn die Reise neigte sich dem Ende zu.
Während sich mein Reisepartner Dani auf den Weg nach Barranquilla machte, um am berühmten Karneval teilzunehmen, entschied ich mich dafür in Santa Marta zu bleiben und einen Tagesausflug nach Minca zu machen.

Genau wie bei Salento (siehe Teil 2) handelt es sich auch hier um ein fruchtbares Gebiet im Landesinneren, das für seinen köstlichen Kaffee sowie Kakao bekannt ist.
Meine letzten Tage verbrachte ich alleine in der Natur: Ich besuchte eine Kakaoplantage, gönnte mir selbst eine Kakaomaske und erkundete sämtliche Wasserfälle in der Umgebung.

Kolumbien Minca
Kakaomaske

Was für ein verrückter Kontrast: Von der Stadt, wo wir übrigens in einem Partyhostel gewohnt hatten und jeden Abend gefeiert wurde und wo wir unzählig verschiedene Leute kennenlernten, ging es in die Natur; alleine.

Und während ich so durch die Wildnis Kolumbiens schlenderte und die Stille genoss, wurde mir eines klar: Ich bin gerne alleine. Wahrscheinlich mehr als so manch anderer Mensch.
Und trotzdem wäre diese Reise wertlos gewesen, wenn ich meine Erlebnisse mit niemanden hätte teilen können.
Stadt und Land. Natur und Mensch.
Das eine wäre nichts ohne das andere. So viele Menschen durfte ich auf dieser Reise kennenlernen. So viele ehrliche Momente erleben. So viele Emotionen teilen. So viele verschiedene Kulturen kennenlernen und so viel Neues lernen.
Anderen Menschen zu begegnen, Menschen von anderen Orten, mit anderen Geschichten - das macht ehrfürchtig.
Es macht die eigene Welt ein Stückchen größer, macht einen selbst ein bisschen größer und zeigt gleichzeitig wie klein man wirklich ist.
Es gibt so unendlich viel zu sehen und so viel zu erleben. Es gibt so viele Menschen mit interessanten Geschichten, die die Welt in einen anderen Blickwinkel betrachten, als man selbst.

Medellin Fußgänger

Was will ich euch am Ende also mitteilen?
Habe keine Angst vor neuen Begegnungen; lass dich darauf ein! Gib Veränderung Raum, sei offen für neue Leute und triff dich dabei selbst.
In diesem Sinne, danke an alle, die mich auf dieser Reise begleitet haben und mir durch eure Geschichten neue Wege aufgezeigt haben!
Danke Dani, May, Kathi, Marco, Simon, Vicky, Abierto, Ivan, Ronald, Robin, Matthias, Souzan, Dan, Nicolas, Anton, Jakob, Emelie und viele mehr.