"Am Lebensende kommt es nicht darauf an , was wir haben, was wir hinterlassen. Es kommt darauf an, was wir gemacht, was wir erlebt haben." Mit diesem Zitat von Reinhold Messner möchte Ich meinen Blogbeitrag starten.  Als mein Vater mich damals mit 6 Jahren das erste Mal mit in die Berge nahm, war klar, dass ich kein Fußballspieler oder Feuerwehrmann werden möchte. Es war immer mein Traum in den Bergen zu sein. Einfach den Rucksack zu packen und loszuziehen. Nach 12 Jahren "Training", war es dann soweit, ich stand in Nepal. Als Heimat von 6 der 14 über 8000m Berge ist Nepal wahrscheinlich das Traumziel jedes Bergbegeisterten.

 

Als ich 2016 in Stuttgart in den Flieger Richtung Kathmandu stieg, war mir nicht klar, was mich erwarten würde. In der Hauptstadt angekommen, merkte ich schnell, dass die Uhren hier anders ticken. Trotz des Chaos auf den kleinen Straßen, bekam ich das Gefühl nicht los, dass hier jeder entspannt ist.  Als es ein paar Tage später los in die Weite des Himalaya ging, hatte ich mich schon einigermaßen an das Tempo hier gewöhnt. Für die 120km von Kathmandu bis zu unseren Ausgangspunkt brauchten wir ca. 10 Stunden mit dem Jeep. Über holprige Straßen, durch Flüsse, bei denen Ich Angst hatte, dass der Jeep stehen bleibt und durch Schlaglöcher bei denen das ganze Auto fast auseinander fiel. Doch was mich am Ende der Straße erwartete, war es wert! Ich startete auf einer Höhe von ca. 600m mitten im Dschungel. Nach Tagen mit einem Tropischen Klima wurde es Zeit in die kältere Regionen aufzusteigen.

 

Ich erinnere mich noch als wäre es gestern gewesen als ich durch die letzten Dschungelausläufer lief und um eine Ecke bog. Auf einmal bäumten sich die großen Weißen Riesen vor mir auf und ich stand in einer anderen Welt. Von den Dimensionen überwältigt konnte ich nicht aufhören zu laufen. Dummerweise sind die Dimensionen in Nepal etwas anders als bei uns in den Alpen und es dauerte weitere 2 Wochen bis ich dann wirklich in den Bergen stand. Als die Sonne mich auf ca. 4800m in meinem Schlafsack weckte, wurde mir klar, Ich bin im Paradies.

Ich packte meinen Rucksack und lief an diesem Tag über den Thorang La Pass, der mit 5416m damals mein höchster Punkt war, an dem ich jemals war. Als ich ankam war ich doch etwas erstaunt, denn oben angekommen sah ich, dass genau an diesem Tag ein Weltrekordversuch stattfand. Der höchste DJ Auftritt der Welt. Nicht gerade das, was man sich auf 5400m in Nepal vorstellt. Auf einmal stand Ich also auf der Höchsten Party der Welt, trank einen warmen Tee und tanzte mit fremden Menschen. Aber die Party ging nicht lange, da ich weiter musste. Nach einer weiteren Woche im Paradies war dann der Moment meines Lebens gekommen, Ich stand auf dem über 6000m hohen Dhampus Peak. Nur ein Sherpa, ein Träger und meine Wenigkeit waren in diesem Zeitraum dort unterwegs.

Es gibt für mich kein schöneres Gefühl, als Tage in Schnee und Eis zu verbringen, auf 5000m im Schlafsack im Zelt zu liegen bei -26°C. Das sind Momente der Freiheit, die man mit keinem Geld der Welt bezahlen kann, Momente des Glücks und des Lebens. Als wir dann am letzten Tag nach 22 Stunden klettern in Eis und Fels, komplett fertig in unserer Lodge ankamen war ich der wahrscheinlich glücklichste Mensch der Welt.  Wie man dem Text wahrscheinlich entnehmen kann, hab ich mich total in dieses Land verliebt. Das war auch der Grund warum ich, nicht einmal ein Jahr später, wieder nach Nepal flog um dort für ein paar Monate zu leben um die Kultur und die Menschen dort kennen zu lernen. Ich möchte meinen Beitrag mit den Worten abschließen, die mein Sherpa zu mir sagte. "Wir leben nur einmal. Machen wir das Beste daraus!"